Was fliegt denn da?

Unser Inn ist nicht nur die Heimat vieler Fische, sondern wird von zahlreichen weiteren Lebewesen besiedelt, die wir vielleicht nicht auf den ersten Blick sehen können, welche jedoch eine äußerst wichtige Rolle in dem Ökosystem Fluss einnehmen. Aquatische Insekten, also Insekten, die einen Großteil ihres Lebens als Larve am Gewässerboden verbringen, machen einen sehr großen Teil der Biomasse in unserem Inn aus. Sie dienen unter anderem den Fischen als Nahrungsgrundlage. Viele Fischarten ernähren sich vor allem im Jugendstadium ausschließlich von diesen kleinen, unscheinbaren Tieren. Das Insektensterben, das momentan in den Medien sehr umfangreich behandelt wird, sollte uns als Angler, aktive Naturschützer und Bewirtschafter eines so wunderschönen Gewässers wie den Inn also nicht unberührt lassen. Alle Bemühungen, den Inn mit ursprünglichen Arten wie Äschen und Nasen zu besetzten, wären umsonst, wenn diesen Fischen die Nahrungsgrundlage genommen werden würde. Doch wie schlimm steht es um die Kleinstlebewesen in unserem Inn? Wer jetzt im Frühsommer aufmerksam die Ufervegetation untersucht, Steine am Gewässerboden dreht oder ganz einfach beim Fliegenfischen nach fliegenden Insekten über der Wasseroberfläche Ausschau hält, der wird über die ungewöhnlich hohe Zahl an kleinen Tierchen, die in unserem Abschnitt des Inns leben, erstaunt sein. Wir haben Glück, in unserem Innabschnitt scheint die Welt noch in Ordnung zu sein, auch stark bedrohte Arten wie die Steinfliege Isoperla obscura sind sehr zahlreich. Die natürlichen, relativ ursprünglichen Bereiche, insbesondere in der Ausleitungsstrecke, und die ausgeprägte Ufervegetation tragen dazu bei, dass der Inn weiterhin einen hervorragenden Lebensraum für viele Insektenarten darstellt. Auch die hohe Wasserqualität des Flusses ermöglicht es, besonders anspruchsvollen Arten, wie beispielseise den Vertretern der Steinfliegen, den Fluss zu besiedeln.
Diese Ergebnisse zeigen die ökologische Bedeutung des Inns sehr deutlich auf. Uns als Anglerbund sollte klar sein, dass wir mit der Bewirtschaftung dieses Flusses eine große Verantwortung innehaben, die weit über die bloßen Besatzmaßnahmen mit Fischen hinausgeht. Die 2015 vom WWF Österreich veröffentliche „Inn-Studie“ schreibt dem Abschnitt zwischen Jettenbach und Töging, verglichen zu anderen Bereichen des Flusses, ein besonderes ökologisches Potential zu. Gemeinsam mit anderen Institutionen, Vereinen und Unternehmen sehen wir, der Anglerbund ISARIA München e.V., es als unsere Aufgabe an, dieses Potential zu nutzen und unserer Verantwortung gerecht zu werden.

Larve der Eintagsfliege Ecdyonurus venosus, eine der häufigsten Insektenarten im Inn Die grünlich leuchtende Larve von Rhyacophila dorsalis dürfte der Grund sein, warum die Forellen im Inn meist grüne Nymphen bevorzugenEinige der häufigsten Insektenarten des Inns im Larvenstadium. U.a. Ecdyonurus venosus, Isoperla obscura, Hydropsyche guttataDer Mageninhalt einer Regenbogenforelle, gefangen am Inn bei Ensdorf. Neben einer Koppe enthielt der Magen dieser Forelle ca. 500 Insektenlarven