Unsere Fischzuchtanlage in Gars/Inn

Die vereinseigene Fischzucht in Gars am Inn ist von zentraler Bedeutung für den Anglerbund ISARIA München. In zahlreichen Becken, Weihern und Aufzuchteinrichtungen werden Jungfische verschiedener Arten vom Ei weg großgezogen, bis sie ein Stadium erreichen, das ihnen in der freien Natur große Überlebenschancen gibt. Dabei hat sich der Anglerbund neben der Zucht von Huchen und Regenbogenforellen vor allem der Aufzucht der mittlerweile selten gewordenen Fischarten Äsche, Nase und Bachforelle verschrieben. Der Prozess, der eine erfolgreiche Entwicklung der Fische vom befruchteten Ei bis zum Jungfisch garantiert, ist kompliziert und erfordert neben viel Erfahrung vor allem zahlreiche Arbeitsstunden, die unsere ehrenamtlichen Fischzuchtmitarbeiter gerne aufwenden.
Dabei werden zunächst weibliche, laichfertige Fische gefangen, ihnen die Eier schonend entnommen und mit der Milch der männlichen Exemplare befruchtet. In den speziellen Brutgläsern werden die befruchteten Eier mit frischem Quellwasser umströmt, bis die Jungfische schlüpfen und im Dottersackstadium in die Brutrinnen überführt werden. Sobald die Fische eine entsprechende Größe erreicht haben, werden diese in größere Becken gesetzt, um sie auf das Leben außerhalb der Zucht, in ihrem eigentlichen Habitat, den Gewässern, vorzubereiten. Am Ende dieses Prozesses werden alle Fische wieder in diejenigen Gewässer ausgebracht, aus denen die Elterntiere stammen.
Sinn und Zweck dieses aufwendigen Einsatzes unseres Vereins ist es, die bedrohten Fischarten in ihrer natürlichen Reproduktion zu unterstützen. Die anthropogenen Einflüsse der modernen Gesellschaft erschweren es vielen heimischen Fischarten, sich auf natürlichem, selbstständigen Wege zu vermehren. So sind beispielsweise aufgrund der Verlangsamung der Fließgeschwindigkeit durch Wasserkraftwerke und damit einer Sedimentablagerung Bereiche mit lockerem Kies in unseren Fließgewässern selten geworden. Fischarten wie die Äsche, die zum laichen lockeren, kiesigen Gewässerboden unbedingt benötigt, haben es somit schwer. Der Anglerbund ISARIA leistet mit seinem Engagement in der Fischaufzucht einen wichtigen, unverzichtbaren Beitrag zu der Erhaltung dieser selten gewordenen Fischarten.
Besonders wichtig ist es dem Anglerbund, sich von einer kommerziell betriebenen Fischzucht klar abzugrenzen.


Fische, die in der Fischzucht produziert werden, werden ausnahmslos in die heimischen Gewässer eingebracht. Zudem wird darauf geachtet, dass es sich um autochthone Fische handelt, die Elterntiere also aus dem Gewässer stammen, in das die Jungfische wieder eingebracht werden. Zahlreiche Studien unterstreichen die Wichtigkeit dieses Vorgehens, sodass der Verein weitestgehend davon Abstand nimmt, befruchtete Eier oder Jungfische unbekannter Herkunft zuzukaufen.
Seit seinem Bestehen setzt sich der Anglerbund ISARIA auf diese Weise für die Erhaltung der heimischen Fischfauna ein. Insbesondere in den letzten Jahren hat der Anglerbund dabei außerordentliche Erfolge erzielt. Beispielweise können jährlich etwa 40.000 – 100.000 Äschen in den heimischen Inn besetzt werden, eine Menge, die sicher mehr als nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Der sich erholende Äschenbestand in unserer Innstrecke zeigt, wie wichtig und sinnvoll diese Maßnahmen sind.

Den Anglerbund ISARIA zeichnet eine hervorragend funktionierende Zusammenarbeit seiner Mitglieder aus. Dabei zeigt sich, dass die Angler des Vereins keineswegs das Ziel verfolgen, möglichst viele Fische aus den Gewässern zu entnehmen. Vielmehr geht es darum, der Verantwortung, die mit einer Bewirtschaftung solcher wertvollen Ökosysteme einhergeht, gerecht zu werden. Die Fischzucht des Anglerbundes bietet allen Mitgliedern des Vereins die Möglichkeit, sich daran zu beteiligen.